Tag Archive | letzte Meile

Schlau gegen den Stau | 5 Tips gegen den Verkehrsinfarkt

Mobilität ist Lebensgefühl

Mobilität ist selbstverständlich geworden. Dabei konnte sich vor erst vor hundert Jahren der Normalbürger weder Flugreisen noch ein Auto für den Privatgebrauch leisten.

Heute dagegen fährt jeder Schweizer Bürger im Durchschnitt 37.3km pro Tag, 98 Minuten pro Tag und legt im Jahr etwa 19.000km zurück!

ZVV - 90 mal im Jahr zum Mond

Astronomische Fahrtstrecken – Der ZVV fährt jährlich 90mal „bis zum Mond“

Nur 20 Tage ohne Stau

Leider wirds bisweilen auf den Strassen ungemütlich! Nur um Zürich herum sind die grossen Umfahrungen fast täglich verstopft. 2012 wurden beim Gubrist Tunnel und auf der Nordumfahrung nur 20 staufreie Tage verzeichnet.

Auch auf der Schiene sieht es nicht besser aus. Allein der Schienengüterverkehr soll bis 2030 um bis zu 70% zunemen sagt der Bundesrat.

Link zur SRF Reportage

Wo sollen denn all die Autos, Laster und Container hin

Um die Strassenbelastung zu reduzieren, müssen neue Lösungen gefunden werden. Hier ein paar davon:

1. Neue Wege schaffen: CargoTube

Da Strasse und Schiene zunehmend an Ihre Grenzen stossen, soll das CargoTube eine Alternative unter der Erde schaffen. „Cargo sous terrain“ soll mit einem effizienten, unterirdischen Transportnetzwerk für Güterpaletten, aber auch für Medien und Energie, die Verkehrsnetze entlasten und eine zuverlässige Versorgung sicherstellen. Dieses riesige Infrastruktur Projekt ist leider erst noch in der Machbarkeitsstudie, sollte aber unbedingt verfolgt werden. Mehr Informationen unter: http://www.cargotube.ch

cargotube

Tunnel

2. Stosszeiten verringern: Flexible Arbeitszeiten

Was heute bereits als „Home-Office Day“ zelebriert wird, wird vielleicht noch stärker kommen in der Zukunft. Flexible Arbeitszeiten, Home-Office Tage können die Rush-Hour sicherlich etwas abschwächen.

Natürlich ist das nicht für jede Branche und jeden Job möglich.

3. Wege verkürzen: Gemischte Städte planen

Wäre der richtige Laden, die Schule oder das Sportzentrum immer direkt um die Ecke wäre das Fahren oder Laufen einfacher zu bewältigen. Darum ist auch eines der Ziele des der Arbeitsgruppe „Zukunft Urbane Mobilität„, Städte und Quartiere gut zu durchmischen. So bleiben die Wege kürzer.

4. Alternative Mobilitäts und Lieferoptionen

Multimodal ist das Buzz-Word der Stunde. So soll man verschiedene Abschnitte seiner Reise mit den jeweils besten Mobilitätsoptionen zurücklegen können.

So z.B. den kurzen Weg zum nächsten Bahnhof mit dem Velo oder Auto, den langen Streckenteil mit der Bahn und das letzte Stück dann mit dem Bus oder Mobility Car-Sharing. Hier tut sich einiges… Mittlerweile gibt es in den meisten grossen Städten öffentliche Velostationen, wie PubliBike der Post, CarSharing Möglichkeiten von Mobility und Park+Ride Angebote der Bahn. Auch gibt es immer mehr Initiativen, die versuchen die verschiedenen Mobilitätsangebote sichtbar zu machen und zu vernetzen. Ein Beispiel aus Österreich ist http://www.anachb.at/. Ein deutsches Beispiel ist http://www.moovel.com

Multimodal solls natürlich auch in der Logistik laufen. Das Konzept der City-Logistik setzt sich zum Ziel, Hubs als Lieferpunkte am Rande von Städten zu etablieren. Von dort können dann kleinere Fahrzeuge (oder vielleicht irgendwann BringBees) die Auslieferung auf der letzten Meile übernehmen.

5. Besseres Ausnutzen von bestehenden Kapazitäten

Zu guter letzt sei natürlich noch das effizientere Ausnutzen von ungenutzten Kapazitäten aufgezählt. Ob Mitfahrzentrale oder Mitbringservice, wie BringBee! Der grösste Teil aller Transportkapazitäten bleibt leer. So ist der Standardbesetzungsgrad in Autos nur bei etwa 1.2 Personen. Bei steigendem Druck auf die Strasse und wachsenden Mobilitätskosten, ist absehbar, dass auch die Bereitschaft seine Mobilität zu teilen weiter wachsen oder sogar institutionalisiert werden wird.

Erste Firmen versuchen Ihre Mitarbeiter bereits gezielt zu motivieren Fahrgemeinschaften zu bilden. Tools TwoGo von SAP sollen dabei helfen, Mitarbeiter mit ähnlichen Fahrwegen zueinander zu bringen.

Wir sind gespannt, wie sich der Trend weiter fortsetzt und unsere Mobilität verändert.

BringBee poolt heute bereits Kapazitäten für Heimlieferungen von Einkäufen

BringBee poolt heute bereits Kapazitäten für Heimlieferungen von Einkäufen

Weitere Links:

Wer noch mehr Ideen bekommen möchte, was man alles gegen den Verkehrsinfarkt machen kann –> Schlussbereicht „Zukunft Urbane Mobilität“ http://www.zukunft-urbane-mobilitaet.ch/pdf/sustainserv_ZUM_Schlussbericht_final_def.pdf

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Zukunft der Urbanen Kleinstlogistik: Peer-to-Peer Logistics auf der letzten Meile

Letzte Meile

Unsere Verkehrsinfrastruktur stösst heute bereits oft an ihr Limit. In den letzten 10 Jahren allein ist die Anzahl Staus in der Schweiz um fast 50% gestiegen. Die Verkehrszunahme macht Auslieferungen und Transporte im Stadtgewusel zwischen Tram, Auto und Rennradfahrer zu einer ganz schönen Herausforderung. Gleichzeitig erschweren Zufahrtbeschränkungen, Umweltschutzzonen und Parkverbote das Anliefern von Nachschub.

Dass das Ausliefern auf der letzten Meile ein Problem ist, wissen Logistikfirmen schon seit Jahrzehnten. Obwohl der kürzeste Teil der Lieferstrecke, vom lokalen Lieferanten oder Einzelhändler zum Kunden, ist die letzte Meile die teuerste und umweltschädlichste Etappe. Das Startup PolyPort will hier Abhilfe schaffen.

Vision ist Pendler und Bürger auf Ihren alltäglichen Wegen in die Lieferkette einzuspannen. Anstatt einen Laster durch die engen Altstadtgassen zu schicken, sollen mobile Bürger Kleinlieferungen mitnehmen. Mit diesem kollaborativen Ansatz können grosse Investitionen wie Lastwagen zum Ausliefern gespart werden. Stattdessen werden die Bürger für jede Auslieferung entlohnt.

Was nach Zukunftsmusik klingt, kann ab sofort an dem Beispiel „Einkaufen bei Ikea“ mit dem Pilotprojekt BringBee in Zürich getestet werden. BringBee ist ein Mitbringservice für kleinere Ikea Einkäufe. Kunden können auf BringBee aus den 2500 populärsten Ikea Artikeln wählen und Einkaufslisten erstellen. Ikea Kunden aus Ihrer Nähe können die Einkaufslisten dann annehmen und die Wunschprodukte einkaufen und mitbringen. Für das Mitbringen, erhalten die Einkäufer eine Belohnung in Abhängigkeit des Warenwertes, die Kunden freuen sich über eine praktische Heimlieferung. BringBee überwacht die Transaktion, stellt eine gratis Transportversicherung und handhabt den sicheren Zahlungsfluss.

Mit BringBee wird auch die Ikea Heimlieferkette etwas grüner. Kunden können durch das Mitbringen anderer Einkäufe ihre eigenen Transportkapazitäten besser ausnutzen. Gleichzeitig können Kunden zu Hause bewusst entscheiden, keine Einkaufsfahrt anzutreten.

Natürlich haben die Gründer von PolyPort noch weiter geplant: „Wir wollen das Konzept auf weitere Einzelhändler ausbauen und uns langfristig auch in andere Transporte neben Heimlieferungen vortasten, seien es Kleinstlieferungen im B2B oder Abholungen von Altkleidersammlungen“.