„I share, you share, we are the Shared Economy“ von Mariam Dembélé

Mariam Dembélé ist im SBB Trainee Programm und absolviert ihre 3. externe Förderstelle für 4 Monate bei BringBee. Mariam setzt sich jetzt zum ersten Mal intensiv mit der Sharing Economy auseinander. Ihre Eindrücke fasst sie zusammen.

 

collaborative-consumption

Quelle: Barros, P. „Collaborative Consumption and the Sharing Economy in Developing Markets“, http://www.sustainablebrands.com.

 

Als ich noch ein Kind war, habe ich oft gehört und gelesen „Sharing is caring“ und  „Teilen macht Freude“. Als ich dann an der Uni war, war dies weniger ein Thema. Dort lernten wir, dass die Wirtschaft privatisiert ist und jedes Unternehmen sein privates Vermögen und seinen Umsatz maximiert. Bürger zusammenbringen und zum Teilen zu ermutigen, in einer Welt, wo die Ressourcen begrenzt sind, war kein Anliegen.

In meinem sozialen Umfeld und bei der Arbeit, war es tatsächlich das Gegenteil. Unsere Lebensräume, unsere Zeit, unsere Energie… alles hat Grenzen und damit muss man lernen umgehen zu können. Ressourcen teilen, Kapazitäten zum gegenseitigen Benefit besser nutzen; das ist der Gedanke, der hinter dem Wort „Sharing Economy“ steht. „Den Wohlstand für alle erhöhen, indem man unter den Marktteilnehmern teilt.“, so hat es Harvard-Ökonom Martin Weitzman definiert.

Seit ein paar Jahren blühen Sharing Economy Initiativen weltweit. Von Australien bis San Francisco gibt es Plattformen, auf denen Personen Gegenstände gegenseitig verleihen können, so z.B.  TuShare, „getable“, oder „Yerlde“. Seit 2 Jahren existiert „Bonappetour“, wo Leute rund um die Welt ihr Essen teilen.  „Vayable“ macht es möglich eine neue Stadt mit Hilfe von den lokalen Stadtbewohnern zu entdecken. Spezielle Fähigkeiten und Kompetenzen werden z.B. auf „Skillshare.com“ geteilt. Autos können auf „Getaround“ und Parking Plätze auf „parkatmyhouse“ geliehen werden. Die Liste ist lang. Das Interesse ist gross und alle Top-Nachrichtenmagazine der Welt, „Fortune“ zu „Forbes“ und „The Economist“, beschäftigen sich mit der Sharing Economy. Was am Anfang ein Trend war,  ist schon längst eine wahrhaft organisierte globale Gemeinschaft.

Um auch die Sharing Economy in der Schweiz voran zu bringen, gibt es seit 2013 „Sharecon“, die Schweizer Sharing Economy Vereinigung. Die Ziele des Vereins sind die Vernetzung der bestehenden Initiativen und Startups, die Erhöhung der Visibilität der einzelnen Startups und der Dialog mit Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.

In der Schweiz gibt es mehr als 20 Startups, die unterschiedliche Themen und Industrien abdecken:

–       Verleihen von Gegenständen von Fahrrädern bis zu Fondue Sets über Discokugeln mit sharely, pumpipumpe, shrebo oder weeshare

–       Verschiedene Arten von Dienstleistungen: cookeat (Kochen von und für Privatpersonen), rentarentner (Unterhalt gegen eine Dienstleitung in einer Familie), mila und jacando (Dientsleistungen Angebot und kleinen Jobs), skillharbour (Bereitstellung von bestimmte Kompetenzen), housetrip (Wohnen bei Eingeborenen während den Ferien),

–       Mobilität und Transport: BringBee (Mitbringen von Einkäufe von Privatpersonen zu ihren Hause), wy (Ausleihe von Boote, Fahrzeuge und Geräte), sharoo (Ausleihe von Autos), parku und parkit (Ausleihe von Parkplätze), hitchhike und tooxme (Fahrgemeinschaft Leistungen in der Schweiz), karzoo (Fahrgemeinschaft Leistungen in Europa),

–       Crowdfunding: c-crowd (Cloud computing), 7crowd (Verknüpfung von Startups und Investoren), 100-days (Verknüpfung in 100 Tagen von Erfinder und Mäzen).

 

Auch in Zukunft ist zu erwarten, dass die Sharing Economy neue interessante Nischen entdecken wird und die teilende Community grösser wird. Alles Dank neuer ICT Technologien, die Leute, Produkte und Dienstleistungen zusammen bringen und verknüpfen. Langfristig bleibt spannend: „Was wollen wir als Menschen mit Mitmenschen teilen? Was nicht? Und welche Sharing Economy Startups können sich langfristig im Markt durchsetzen?“

 

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